PEP - Programm Entwurfsbasierte Promotion

Grundlagen durch neue Ansätze der Erkenntnistheorie

1972 beschrieb Horst Rittel die sogenannten »bösartigen Probleme«, die derart komplex sind, dass sie durch die Problemlösungsmethoden der ersten Generation nicht erfassbar sind. Unter Problemlösungsmethoden der ersten Generation versteht Rittel die positivistisch strenge Trennung des Entstehungszusammenhangs ( Findungszusammenhangs ) und Begründungszusammenhangs einer Hypothese. Für die Bearbeitung bösartiger Probleme schlägt er deshalb Methoden einer zweiten Generation vor, die durch die Auflösung dieser Trennung gekennzeichnet sind. In den Sozialwissenschaften haben sich bisher unterschiedliche Methoden der zweiten Generation, wie zum Beispiel Grounded Theory oder Action Research, etabliert. Diese Methoden gehören zu einer Entwicklungslinie der Erkenntnistheorie, die auch als »Practical Turn« beschrieben wird. Praxen werden dabei nicht nur als Anwendungen theoretischen Wissens verstanden, sondern als Werkzeuge für Erkenntnisgewinn aufgefasst.


Methode entwurfsbasiertes Forschen

Das Programm zielt darauf ab, Promotionen im Entwurf und auf der Basis von Entwurfsresultaten und mit dem Entwurf als Werkzeug zu fördern und dafür wissenschaftliche Verfahren und Bewertungskriterien anzubieten. Die so erlangten Beobachtungen werden explizit gemacht, das heißt durch kritische Untersuchung versprachlicht und zu einer These mit dazugehörigen Kriterien

weiterentwickelt. In der Folge werden darauf aufbauende Umsetzungen der These in Form neuer Entwürfe erarbeitet und anhand der Kriterien bewertet und optimiert.


Neue Wege der Promotionsbetreuung durch das PEP

Wie alle Promotionsvorhaben an der TU Berlin unterliegt auch das PEP der Promotionsordnung der TU Berlin. Im PEP sollten die Promovierenden bereits ein Werk erarbeitet haben. Den Promovierenden wird ein dreijähriges Begleitprogramm angeboten, das aus sechs Symposien besteht. Ergänzend zur wissenschaftlichen Aussprache werden die praktischen Bestandteile der Arbeit als Ausstellung zugänglich gemacht.

  1. PEP 1: Interessen und Linien im Werk der Entwerferin / des Entwerfers
     
  2. PEP 2: Von den Linien im Werk zum Thema der Promotion
     
  3. PEP 3: Vergleich des Themas mit bestehenden Wissensbeständen, Entwicklung von Kriterien zur Untersuchung des Themas
     
  4. PEP 4: Untersuchung des Themas durch das Entwerfen und die Ergebnisse explizit machen 
     
  5. PEP 5: Einreichung der Dissertation
     
  6. PEP 6: wissenschaftliche Aussprache unter Einbeziehung der Ausstellung

 

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